Insektenzucht

Insektenzucht

Auch wenn wir oft danach gefragt werden, „Nein, unsere Grillen werden nicht in der Natur gefangen“. Essbare Insekten in Europa entstammen ausschliesslich der Zucht. Nur so kann gewährleistet werden, dass essbare Insekten ein sicheres und wertvolles Lebensmittel sind. Doch wie funktioniert eine Insektenzucht?  Von konventioneller Tierzucht hat jeder eine Vorstellung. Doch wie sieht die Zucht von Insekten aus?

Die Bienenzucht kennt bestimmt jeder. Sie ist wahrscheinlich die älteste Art der Insektenzucht. Auch die Zucht von Seidenraupen gibt es schon seit fünftausend Jahren.

Insekten für den menschlichen Verzehr werden erst seit wenigen Jahren in größerem Maßstab gezüchtet. Die Rinderzucht ist schon über zehntausend Jahre alt. Gerade in südlichen Ländern sammelt man Insekten oft. Für eine sichere Zucht ist das keine Option. Es gibt über 1.900 verschiedene essbare Insektenarten, allerdings werden lediglich 9 verschiedene Arten gezüchtet. Derzeit existieren hauptsächlich drei Zuchtmethoden.

Die „offene“ Zucht

Die bekannteste Zuchtform ist die offene Zucht. Die thailändische Regierung entwickelte diese Zuchtform Ende der 1990er Jahre. Hungernden Kleinbauern öffnete sich so eine zusätzliche Einkommensquelle. Inzwischen existieren über 20.000 Farmen allein in Thailand. Die Bauern züchten hauptsächlich Grillen.

Bolikhamxay Thabok Crickets
Thailändische Grillenfarm, Bild von wikimedia.org
Eine kleine Insektenfarm besteht aus einer hüfthohen Einfassung aus Stein oder Beton. In dieser Einfassung leben die Grillen. Neben Futter bekommen sie Verstecke aus Pappe. Diese ähneln übergroßen Eierkartons. Die Farm selbst ist überdacht oder durch ein Netz abgetrennt. Aufgrund des warmen Wetters bleiben die Seiten der Farm meist offen. Eine ganzjährige Zucht ist aufgrund des Klimas nicht möglich.

Der Vorteil der „offenen“ Farm liegt in den geringen Investitionskosten. Gleichzeitig liegen die technischen Anforderungen niedrig. Dadurch ist diese Methode gerade für Kleinbauern eine lohnende Erweiterung.

Die Zucht in Boxen

In Europa werden Insekten überwiegend in Plasikboxen gezüchtet. Die Insekten leben in einer Plastikbox. Mehlwürmer und Buffalowürmer leben in offenen Boxen. Grillen und Heuschrecken züchtet man in geschlossenen Boxen, da diese sonst fliehen.

In den Boxen bekommen die Insekten Trockenfutter und Frischfutter. Die Haltung in Boxen ermöglicht eine Automatisierung der Zucht. Die Insekten leben von Umwelteinflüssen geschützt. Gleichzeitig dient die Abtrennung der Lebensmittelsicherheit.

Die Insektenzucht in Boxen ist das ganze Jahr über möglich. Der technische Aufwand und der Energieverbrauch liegt höher als bei der offenen Zucht. Die Automatisierung der Zucht spart Personalkosten. Gerade in Europa sorgen Lohnkosten noch für die höchsten Kosten in der Insektenzucht. Am deutlichsten wird dies beim niederländischen Insektenzüchter „kreca„.

Die „freilaufende“ Zucht

Die „freilaufende“ Insektenzucht ist eine Weiterentwicklung der „offenen“ Zucht. Bisher nutzen nur wenige Farmen diese Zuchtform. Einer der Vorreiter ist entomofarms aus Kanada. Entomofarms züchtet die Grillen für unseren INSTINCT-Bioinsektensnack.

Raising crickets at entomo farms
Insektenzucht bei entomo farms

In einer geschlossenen Halle leben mehrere Millionen Tiere. Dabei können sich die Grillen frei im Raum bewegen. Für jede einzelne Grille bleibt dabei mehr als 12 mal soviel Platz wie für ein Kuh in Deutschland, bezogen auf die Körpergröße. Die Grillen bekommen Futter und Wasser angeboten. In speziellen Verstecken verbringen die Grillen einen großen Teil ihrer Lebenszeit.

In einer Halle lebt immer eine einzelne Generation. Am Ende ihrer Lebenszeit werden die Grillen eingesammelt.

Diese Art der Zucht ist ebenfalls ganzjährig möglich. Der technische Aufwand und der Energieverbrauch liegt zwischen dem der offenen und der Zucht in Boxen. Auch bei dieser Art der Insektenzucht kann Personalaufwand eingespart werden. Der Plastikeinsatz ist bei dieser Zuchtform minimal. Das Risiko von Mikroplastik wird so deutlich verringert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sei jetzt bei der Foodrevolution dabei!

Nur wichtige Infos und kein Spam
Ich stimme zu, dass mein Name und meine E-Mail Adresse gespeichert werden, um in Zukunft Neuigkeiten von Instinct und rund ums Thema Insekten essen zu erhalten.
Erfahre mehr unter der Seite Datenschutz.