Was essen Insekten?

Was essen Insekten?

Wir hören oft die Frage, „Was essen Insekten?“. Die einfache Antwort lautet, „Insekten essen alles“. In Wahrheit ist es natürlich etwas komplizierter. Immerhin gibt es fast eine Million verschiedene Arten. Und das sind nur die bereits beschriebenen. Es gibt fleischfressende Arten, genau so wie es reine Pflanzenfresser gibt. Die meisten Arten sind wahrscheinlich Allesfresser.

Insgesamt werden etwa 2.000 verschiedene Insektenarten gegessen. Die meisten dieser Insektenarten sind Allesfresser. Doch einige können komplett pflanzlich ernährt werden. Essbare Insekten in Europa entstammen ausschließlich der Zucht.

Insektenfarm, Foto von entomofarms

 

Nachhaltige Insektenzucht

Insekten verwerten das Futter aussergewöhnlich gut. Als wechselwarme Tiere verwenden sie keine Energie zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur. Das spart viel Futter ein. Rinder benötigen etwa acht mal soviel Futter. Im Gegensatz zur konventionellen Tierzucht können Insekten sogenannte „Sidestreams“ verwerten. Sidestreams sind Futtermittel oder Lebensmittel die sonst nicht genutzt werden. Zum Beispiel, Gemüse das nicht „schön“ genug für den Handel ist, oder Lebensmittel kurz vor dem Ablaufdatum. Insekten essen auch Pflanzen die auf Flächen wachsen die sonst nicht nutzbar sind. Eine nachhaltige Insektenzucht steht dabei nicht in Konkurrenz zur konventionellen Produktion von Lebensmitteln. In Europa ist dies noch nicht erlaubt.

Vertikale Insektenzucht spart zusätzlich Fläche ein. Und das ohne den Platz für das einzelne Insekt einzuschränken. Obwohl Insekten in Schwärmen gezüchtet werden, haben sie teilweise mehr Auslauf als Bio-Rinder in Deutschland.

Insekten könnten auch Reststoffe verwerten. Dadurch sinkt der tatsächliche Futterverbrauch weiter.

Rechtliche Grenzen

In der EU gibt es noch keine speziellen Richtlinien für Insektenfutter. Die europäische Kommission empfiehlt daher die Vorschriften für normales Tierfutter anzuwenden. Die Vorschriften regeln die Grenzwerte für Schadstoffe und die Herkunft des Futters. Die Sicherheit für den Menschen liegt im Fokus. Das bedeutet auch, dass die Fütterung von Abfällen nicht stattfindet. Denn diese gelten nicht als Futter.

Untersuchungen ob die Fütterung von Abfällen und Sidestreams für den Menschen eine Gefahr darstellen fehlen bisher. Aus diesem Grund entschied die EU für die Sicherheit der Verbraucher. Erst wenn entsprechende Studien vorliegen können die nachhaltigsten Fütterungsformen genutzt werden.

Recht und Geset, freies Bild von Pixabay.com

Beispiele

Doch was essen die beliebtesten essbaren Insekten Europas genau? Zwischen den einzelnen Farmen bestehen große Unterschiede. Im folgenden ein paar Beispiele.

Tropische Hausgrillen (Gryllodes Sigilatus)

Entomofarms in Kanada züchtet bio-zertifizierte Grillen. Die Grillen bekommen Mais, Gräser und etwas Soja. Das Futter wird biozertifiziert und kontrolliert. Als Besonderheit verzichtet Entomofarms auf den Einsatz von Plastikboxen in der Zucht. Diese Grillen finden sich in dem INSTINCT-Bioinsektensnack.

Grillenfarm von entomofarms, Bild von entomofarms

Hausgrillen / Heimchen (Acheta domesticus)

Mehrere Züchter in Europa widmen sich den Heimchen. Unter anderem kreca in den Niederlanden. Auch die thailändischen Züchter nutzen meist die Heimchen. Die Art des Futters wechselt stark, je nach Züchter. Das Futter besteht aus Mais, Weizen, Gräsern, Soja und teilweise Fischmehl.

Mehlwürmer (Tenebrio molitor)

Neben einigen Züchtern widmet sich auch ein spannendes Projekt für die Hauszucht dem Mehlwurm. Bei dem Projekt LIVIN farms handelt es sich um eine Minifarm für die Küche. In der Minifarm züchtet man frische Mehlwürmer. Diese füttert man mit Küchenabfällen, wie Schalen, und zum Beispiel Haferflocken. Auch in professionellen Farmen bekommen die Mehlwürmer eine Mischung aus Trockenfutter und frischem Futter. Das Trockenfutter besteht meist aus Getreide oder Mais.

Buffalo Würmer (Alphitobius diaperinus)

Unter anderem verwendet bugfoundation Buffalo Würmer für seinen Insektenburger. Die kleinen Verwandten der Mehlwürmer fressen ebenfalls eine Mischung aus Getreide und frischem Obst oder Gemüse.

Heuschrecken

Nur wenige Züchter widmen sich der Heuschrecke. Die Zucht gestaltet sich derzeit noch kompliziert. Ein Projekt aus Sachsen-Anhalt verdient besondere Aufmerksamkeit. Thorsten Breitschuh von jumpfood verfüttert an seine Heuschrecken ausschließlich Gräser von eigenen Wiesen. Derzeit noch ein Pilotprojekt, soll die Zucht in der Zukunft die nachhaltigste Zucht Deutschlands werden.

Heuschrecke, freies Bild von Pixabay.com

Zusammenfassung

Bisher fressen Insekten Futter das dem konventioneller Nutztiere ähnelt. Der Vorteil der Insektenzucht liegt hier in dem geringeren Futterbedarf. Es gibt zwar andere Futteroptionen. Doch diese sind derzeit noch nicht erlaubt. Die Gesetzgeber müssen den Weg frei machen um das ganze Potential der essbaren Insekten zu erschließen.

Mehr Informationen

Du bist neugierig geworden? Unter folgenden Links findest du weitere Informationen.

Welche Insekten kann man essen? Eine kurze Übersicht.

Insects: An Edible Field Guide (Englisch)

Der meistzitierte Bericht über essbare Insekten. Der FAO Bericht von 2013.

Edible insects, Future prospects for food and feed security (Englisch)

 

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